Ralf Eisenreich

SQLBlog.DE | ..things to remember

March 1st, 2006

siemens handy mit linux / unix synchronisieren

IT, Unix, by Ralf.
sync myhandy?

einleitung
dieser artikel richtet sich an besitzer eines siemenshandys der neueren generation. unter linux ist es leider immer noch sehr umständlich zugriff auf das Handy zu bekommen, zumal z.z. von siemens nur software für das windows-betriebssystem angeboten wird.
Für folgende geräte kann man in diesem artikel unterstützung finden:
- SL55
- SL45i / SL45
- SL 42
- S55
- S45i / S45
- S40
- ME45
- MT50
- M50
- M35i / M35
- CL55 / C55
- C45
- A55
- A50

es kommt auf die neue modemfunktionalität an, die zum austauschen / synchonisieren von daten verwendet wird.
auf den flexible-memory (wird z.b. für java-programme und bilder genutzt) kann außerdem zugegriffen werden.

durch eine recherche findet man einiges an programmen, die den gewünschten zweck erfüllen sollen. doch leider wird man bei manchen programmen auch enttäuscht feststellen, dass nicht alles gold ist was glänzt.

was brauche ich?
um daten (adressbuch / telefonbuch / kalender / ..) zu synchronisieren braucht man eigentlich nur ein tool, welches die modemfunktionalität des handys beherrscht. (z.b. über irda, serielles kabel, usb)

um auf den flexible-memory (bilder, töne, java-programme) zuzugreifen, benötigt man ein tool, das eine serielle verbindung zum handy herstellen und den speicher des handys auslesen kann. um java-games auf dem handy zu installieren ist diese verbindungsart notwendig.


kandy

kandy wird bereits dem kde-paket mitgeliefert. leider ist es bisweilen sehr umständlich eine funktionsfähigkeit mit siemens-handys herzustellen, da man die modembefehle selbst bearbeiten und diese für siemens-handys anpassen muss.
eins geht auf jeden fall – man kann statusinformationen vom handy abrufen.

die verbindung wird auf dem folgenden weg hergestellt
- handy und computer durch das serielle kabel verbinden
- im menü unter kandy einrichten die serielle schnittstelle bestimmen:
– für COM1 – “/dev/ttyS0″ und für COM2 – “/dev/ttyS1″
- im menü modem die verbindung herstellen

ich bin gespannt auf die nächste version, die hoffentlich einige neuerungen mitsichbringt.

scxx


scmxx mit gscmxx

scmxx ist ein kommandozeilen-tool, welches beim testen mit mehreren siemens-handys sehr gut funktioniert hat. damit ist dieses tool auch mein persönlicher favourit.
die installation ist eigentlich auch sehr einfach:
- programm hier downloaden
- kommandozeile öffnen (z.b. xterm)
- datei (in ein verzeichnis) extrahieren:

tar zxf *.tar.gz

- in das neue verzeichnis wechseln

cd verzeichnis

- folgenden befehl ausführen:

perl Makefile.PL

- wenn keine fehler gemeldet wurden:

make

- als root anmelden:

su

- wenn keine fehler gemeldet wurden:

make install

- ausführen (als normaler user) mit:

scmxx

gscmxx ist das grafische frontend zu scmxx. dieses tool zeichnet sich durch eine sehr bedienungsfreundliche oberfläche aus und eignet sich vor allem für kommandozeilen-scheue user.
die installation ist ebenfalls ganz leicht auszuführen. folgen sie einfach den anweisungen von oben oder nutzen sie die informationen auf der homepage.

die verbindung wird auf dem folgenden weg hergestellt
- handy und computer durch das serielle kabel verbinden
- bei verwendung von scmxx folgenden parameter angeben (com1):

scmxx -d /dev/ttyS0

- bei verwendung von gscmxx einfach unter einrichten den richtigen anschluss wählen:
– /dev/ttyS0 für com1 und /dev/ttyS1 für com2

achtung! mit diesem tool können sie ihr adressbuch, telefonbuch, sms-speicher, betreiber-logo, … bearbeiten. jedoch bekommen sie keinen zugriff auf den flexible-memory ihres siemens-handys. dazu finden sie weiter unten ein tool mit dem namen “siefs”.

viel spass beim handy hacken ;-)
kandy


sieFS – mounten des fexible-memorys

für das syncronisieren habe ich ihnen nun schon ein paar tools vorgestellt. doch um an das dateisystem des siemens-handy heranzukommen, benötigen sie ein weiteres tool, das es erlaubt den flexible-memory ihres telefon als dateisystem in ihr system einzubinden (tolle sache wie ich finde).

sieFS ist eine software die das kernel-modul fuse benutzt, das datei-systeme erzeugen kann. nach dem herunterladen muss nur noch kompiliert werden und nach einem mount-eintrag, kann das handy abgerufen werden.

anleitung
- auf der sieFS-seite das paket siefs-0.x.tar.gz downloaden
- ausserdem benötigen sie das fuse-paket (fuse-1.x.tar.gz)
- kommandozeile öffnen (z.b. xterm)
- beide dateien (in je ein verzeichnis) extrahieren:

tar zxf *.tar.gz

- beginnen sie nun mit dem paket fuse und machen sie dann das gleiche mit dem anderen paket
- in das neue verzeichnis wechseln

cd verzeichnis

- stellen sie sicher, dass sie den kernel-source installiert haben (gewöhnlich unter “usr/src/linux”)
- folgenden befehl ausführen:

./configure

- wenn keine fehler gemeldet wurden:

make

- als root anmelden:

su

- wenn keine fehler gemeldet wurden:

make install

- nun muss unter “/lib/modules/kernel-xx/kernel/fs/fuse/” das modul “fuse.o” existieren
- falls dem nicht so ist, dann muss diese datei von hand aus dem source-verzeichnis kopiert werden (fuse.o)
- nun sind noch ein paar kleine einträge in der mount-datei nötig:
- als root anmelden mit

su

- die datei “/etc/fstab” in einem editor öffnen:

ee /etc/fstab

- folgenden eintrag am ende hinzufügen (für com1):

/dev/ttyS0   /mnt/mobile   siefs   noauto,user   0 0

- achtung: am ende der datei muss immer eine leerzeile (enter) stehen!
- nun muss noch das mount-verzeichnis “/mnt/mobile” erstellt werden:

su
mkdir /mnt/mobile

die verbindung wird dann so hergestellt:
- falls sie nicht neu booten, müssen sie zuerst das kernel-modul fuse laden:

su
insmod fuse

- handy und computer durch das serielle kabel verbinden
- die kommandozeile öffnen und folgenden befehl eingeben:

mount /mnt/mobile

anmerkung: auf manchen systemen kann der fehler “couldn’t execute modprobe.old” auftreten. abhilfe dazu schafft ein symlink, der unter /bin/modprobe.old angelegt wird und auf /sbin/modprobe.old zeigt. ich denke es ist ein bug.

mit diesem tool können sie nun auf ihren flexible-memory zugreifen. bei den java-fähigen handys können so nun ganz leicht java-programme installiert werden durch kopieren der entsprechenden datei in das verzeichnis “/mnt/mobile/Java/jam/”.

viel spass!

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